Altstadt Dubronik

 

Die Altstadt von Dubrovnik, der historische Kern der kroatischen Stadt Dubrovnik, früher Ragusa beziehungsweise die als bedeutende Seemacht bekannte Republik Ragusa, ist eine imposante historische Anlage an der südlichen dalmatischen Küste. Die auch „Perle der Adria“ genannte Anlage gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe in Kroatien.

Die Altstadt von Dubrovnik ist ein einmaliges mittelalterliches Areal einer mit Mauern befestigten Stadt mit zahlreichen Baudenkmälern aus dem Mittelalter, Barock und Renaissance, die sich heute in einem ausgezeichneten Zustand befinden und ein in sich geschlossenes architektonisches Ganzes bilden.

Zu den markantesten Punkten der Altstadt gehört insbesondere die Stadtmauer von Dubrovnik mit zahlreichen Festungen, Bastionen, Türmen und anderen Bauten, welche die Altstadt von allen Seiten umgibt. Ihr Umfang beläuft sich auf 1940 Meter, sie ist bis zu sechs Meter dick und bis zu fünfundzwanzig Meter hoch, zu der Meeresseite teilweise auf hohen Felsen errichtet, auf der Landesseite mit weiteren Befestigungen verstärkt und mit drei in die Mauer integrierten großen Festungen ausgerüstet: Minčeta, Sveti Ivan und Bokar; zwei weitere Festungen – Revelin und Lovrijenac – stehen knapp außerhalb der Mauer. Das Pile-Tor im Westen und das Ploče-Tor im Osten sind die zwei Haupteingänge in die Stadt. Im Osten, auf der Außenseite der Mauer, befindet sich der alte, gut beschützte Stadthafen von Dubrovnik.

Hinter den Torbrücken und dem Pile-Tor beginnt Stradun (auch Placa genannt), die große Hauptstraße der Altstadt, die nach dem Erdbeben von 1667 einheitlich nach Plänen und auf Anordnung des Senats der Republik neu aufgebaut wurde. Am westlichen Ende von Stradun steht der Große Onofrio-Brunnen (Velika Onofrijeva fontana) mit 16 Wasserspeiern, von Onofrio della Cava 1438 erbaut; zum Norden befindet sich die Erlöserkirche (Sveti Spas), 1520 vom Architekten Andrijic nach einem Senatsbeschluss erbaut, daneben an der Westmauer das Franziskanerkloster mit der Franziskanerkirche (Franjevacki samostan, Mala braca), ein Gebäudekomplex, mit dessen Bau man 1317 begann und in dem sich eine bedeutende Bibliothek mit 20.000 wertvollen Handschriften und ein Museum befinden. Hier befindet sich auch eine mittelalterliche Apotheke, ebenfalls aus dem Jahr 1317, eine der ältesten Europas. Auf der anderen Seite, südlich des Pile-Tors, steht das Frauen- beziehungsweise Nonnenkloster der Heiligen Klara (Samostan Sveta Klara), Ende des 13. und Anfang des 14. Jahrhunderts als Konvent für den Klarissenorden errichtet, das seit 1434 eine Station für die Aufnahme verlassener und nichtehelicher Kinder unterhielt – eine der ersten Einrichtungen dieser Art in der Welt.

 

Auf dem östlichen Ende der Promenade, rund um den Luža-Platz, der vom 31 Meter hohen Glockenturm (Gradski zvonik) von 1444 dominiert wird (der eine 1506 durch den Gießer Ivan Rabljanin gegossene neue Glocke enthält), befinden sich weitere Sehenswürdigkeiten wie die 1463 gebaute und 1952 rekonstruierte Glockenturmloge Luža; unter ihr läuft ein Durchgang zu einem der Hafentore, dem Fischmarkt-Tor von 1381, beziehungsweise zum Ploče-Tor. Auf dem nördlichen Rand liegt das prächtige, ursprünglich als Zollhaus geplante und im 16. Jahrhundert erbaute Sponza-Palast, in dem heute das bedeutende städtische Archiv (Povijesni arhiv) mit mehr als 100.000 historischen handschriftlichen Dokumenten, Urkunden und Protokollen der Republik ab dem 11. Jahrhundert beherbergt ist. In der Mitte des Platzes steht eine Säule mit dem Relief von Roland (Orlandov stup) von 1418 von Antun Dubrovcanin; der Legende nach sollte er Dubrovnik vor dem Sarazenenpiraten Spucente verteidigen. Ebenfalls von Onofrio della Cava in Zusammenarbeit mit dem italienischen Bildhauer Pietro di Martino 1438 geschaffen ist der Kleine Onofrio-Brunnen (Mala Onofrijeva fontana) vor dem im gotischen Stil gebauten Gebäude der Hauptwache aus dem Jahr 1490, in der sich die Wohnung des Admirals befand. Noch weiter rechts des Glockenturms steht das Rathaus, das 1882 an der Stelle des im 14. Jahrhundert erbauten, 1816 abgebrannten und 1863 abgerissenen Palastes des Großen Rates (Consilium Maius) aufgebaut wurde. Früher gab es einen direkten Durchgang zu dem daneben stehenden Rektorenpalast (Knežev Dvor), dem administrativen Zentrum der Republik Ragusa, aus dem der monatlich gewählte Rektor die Stadt regierte und in dem der Kleine Rat (Consilium Minus) sowie der Senat (Consilium Rogatorum) residierten. Der Palast wurde Mitte des 15. Jahrhunderts durch Onofrio della Cava auf den Ruinen einer Festung gebaut, die 1435 durch eine Schießpulverexplosion vernichtet wurde; 1463 wurde der neue Palast jedoch durch eine weitere Schießpulverexplosion beschädigt, danach durch den florentinischen Baumeister Salvi di Michieli restauriert, um 1667 durch das Erdbeben wieder Schaden zu nehmen und wiederholt repariert werden zu müssen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Altstadt_von_Dubrovnik

 

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